Akupunktur:

Beim Kind werden dünnere Nadeln verwendet als beim Erwachsenen. Man kann auch Nadeln mit Führungsröhrchen verwenden, dann ist die Nadel für das Kind beim Einstechen nicht sichtbar.
Bei einem Kind bis zum 7. Lebensjahr müssen die Nadeln nicht liegen bleiben, da Kinder schon auf kleine Reize sehr gut reagieren.
Die Nadeln werden eingestochen, falls möglich wird die „Nadelsensation“ ausgelöst und nach kurzer Stimulation wird die Nadel wieder entfernt.
Ab einem Alter von etwa 12 Jahren bleiben die Nadeln für 15 – 20 Minuten liegen.
Beim Kind werden möglichst wenig Nadeln (2-8, je nach Alter des Kindes) verwendet und Punkte ausgesucht, die gut und sicher zu erreichen sind.

Kinder entwickeln meist nicht solche Ängste wie Erwachsene. Da die Nadel direkt nach Auslösen der Nadelsensation wieder entfernt wird, wundern die Kinder sich über dieses neue Gefühl und haben dadurch den „Piks“ gar nicht richtig wahrgenommen.

Ein Kind lässt sich leichter behandeln, wenn die Eltern keine Angst vor der Akupunktur haben, damit sie ihre Kinder bei der Behandlung z.B. durch Zuspruch unterstützen können. Ein Beratungsgespräch vor der ersten Behandlung kann den Eltern die Ängste und Sorgen nehmen.
Kinder haben meistens Angst wegen schlechter Erfahrung bei Blutentnahmen oder Impfungen. Das Festhalten wird auch als besonders unangenehm empfunden.

Als Einstieg oder zur Überwindung der Nadelscheu kann aus meiner Sicht oftmals als Alternative die Elektroakupunktur, Laserbehandlung oder Akupressur angewendet werden. Es besteht auch die Möglichkeit mit der Elektroakupunktur, Laserbehandlung bzw. Akupressur zu beginnen und später mit Nadeln weiterzubehandeln.

Mutstein für Tapferkeit bei der Akupunktur

In meiner Praxis bekommen die Kinder bei der ersten Akupunkturbehandlung eine Tapferkeitsurkunde, die nach jeder Behandlung abgestempelt wird und einen Mutstein. Dies trägt zur Motivation bei, eine Akupunkturbehandlung zuzulassen.

 

Moxibustion:*

Die direkte Moxibustion kann nur bei älteren Kindern ab etwa 7 Jahren angewendet werden, da sie mitteilen müssen, wann sie ein brennendes Gefühl verspüren. Die indirekte Moxibustion, wobei der Therapeut mit den eigenen Fingern die Temperatur überprüft, kann schon bei kleineren Kindern angewendet werden.

 

Akupressur:*

Akupressur kann beim Kind anstatt der Akupunktur angewendet werden. Dann sollte jeder Punkt mindestens zwei Minuten stimuliert werden. Diese Technik kann von den Eltern in der Praxis erlernt und zu Hause weiter durchgeführt werden und den Heilungsprozess unterstützen oder in Akutsituationen Linderung verschaffen.

 

Elektroakupunktur:*

Eine Alternative zur Behandlung mit Nadeln stellt die Elektroakupunktur mit dem „Pu Tens“ dar. Hierbei werden die Akupunkturpunkte über einen elektrischen Impuls stimuliert. Das Kind spürt ein leichtes Kribbeln und manchmal auch ein Wärmegefühl. Da das Kind die Stärke des Impulses angeben muss, kann diese Methode erst ab einem Alter von 3 Jahren angewendet werden.

*Diese Methoden haben nicht die Anerkennung durch WHO. Sie sollten als fernöstliche Erfahrungsheilkunde ohne Anspruch auf wissenschaftliche Anerkennung bewertet werden.

 

Massagen:

Tuina ist eine gute unterstützende Therapie beim Kind. Sie ist eine sehr sanfte Methode und der körperliche Kontakt wird als angenehm empfunden, so dass sie sich auch für Säuglinge und Kleinkinder eignet.

 

Chinesische Arzneimitteltherapie:

Kräuterrezepturen werden auf den kindlichen Organismus in Bezug auf Dosis und Kräuterauswahl angepasst. Sie bekommen eine individuelle Rezeptur, die auf das Ungleichgewicht des Kindes abgestimmt wird. Kräuter können in verschiedenen Darreichungsformen gegeben werden. Bewährt haben sich wässrige Lösungen (hydrophile Konzentrate) oder Sirup, der speziell für Kinder in der Apotheke hergestellt wird.
Selbstverständlich können auch Kinder die Kräuter wie die Erwachsenen in Form von Tee oder Granulaten zu sich nehmen.
Bei Kindern werden häufig auch westliche Kräuterrezepturen nach den Regeln der chinesischen Medizin verordnet, da sie gut verträglich und überzeugend in der Wirkung sind.

Lesen Sie hierzu auch das Kapitel Therapieverfahren.